Eigentlich bin ich ja kein Zocker. Counter Strike und Co hatte ich in der Vergangenheit zwar mal angespielt, aber irgendwie habe ich doch relativ schnell wieder das Interesse verloren. Ganz anders war es vor Jahren bei dem Spiel “Die Siedler” von Blue Byte. Dieses Spiel hatte mich damals wirklich recht schnell in seinen Bann gezogen. Das Aufbauen von einem einzigen Siedler bis hin zu ganze Zivilisationen hat mich stundenlang begeistert. Ja das war vor vielen vielen Jahren.
Jetzt habe ich letzte Woche durch Zufall entdeckt, dass dieses geniale Spiel inzwischen als kostenloses Online-Spiel von Blue Byte angeboten wird. Als ich das gelesen habe, wurden gleich wieder manche Erinnerungen hervorgerufen und ich habe mich sofort kostenlos registriert. Und was soll ich sagen, es hat mich wieder voll erwischt. Seit der Anmeldung bin ich wieder jeden Tag am Siedler zocken und es hat den Suchtfaktor nicht verloren. Aber um was geht es in diesem Spiel genauer?
Das Ziel ist es, eine kleine Siedlung aufzubauen, die Felder zu bewirtschaften und das eigene Dorf nach und nach zu Ruhm und Wohlstand zu führen. Schön ist auch, dass der Spielaufbau sehr übersichtlich ist. Sobald man sich angemeldet hast, kann es auch schon losgehen. Das Spielmenü ist sehr einfach und selbsterklärend, und man findet sich sehr schnell zurecht. Links oben befindet sich neben der eigenen Spielerfigur die Anzeige, auf welchem Level (im Spiel Quest genannt) man sich gerade befindet. Ebenso wird in diesem Menü auch angezeigt, wie viele Erfahrungspunkte man bereits hat und mit welcher Erfahrung man in das nächste Level aufsteigt. Am Anfang des Spiel wird der User dabei in einer Art Tutorial in das Spiel eingeführt. Es wird erklärt, wie man diverse Dinge wie Gebäude oder Felder anbaut, erntet und wie man sein Geld in dem Spiel verdient. Nach und nach werden einem dabei alle wichtigen Grundlagen des Spiels beigebracht.
Die Menüleiste selbst am oberen Bildschirmrand bietet ebenfalls einen Überblick über die wichtigsten Funktionen. Hier sieht man, wie viele Siedler sich gerade im eigenen Dorf befinden und wie viele Siedler davon beschäftigt sind. Der nächste Punkt in der Menüleiste zeigt einem die noch offenen Baugenehmigungen an, mit denen es erlaubt ist Gebäude zu bauen. Bei den nächsten Symbolen werden alle Rohstoffe, die man im Spiel hat wie z.B. Werkzeuge, Münzen, Nadelholzbretter, Laubholzbretter, Steine oder Marmor aufgelistet. Durch das nächste Symbol wird angezeigt, wie viel Edelsteine (Online Premiumwährung) man besitzt. Diese könnte man auf Bedarf kaufen und erhält dafür Vorteile im Spiel.
Bei Siedler Online lebt man nicht nur davon Rohstoffe abzubauen, sondern auch vom Bau diverser Gebäude. Willst man sein Gebiet erweitern, musst man Räuberlager bekämpfen, wozu bewaffnete Siedler notwendig sind. Sobald man die Welt erkundet hat, kann man mit anderen Spielern in Kontakt treten um zu handeln oder sie auch zu bekämpfen. Der Chat und das Nachrichtensystem ermöglicht die Kommunikation mit anderen Spielern.
Wen man gerne Strategie- und oder Aufbauspiele spielt, ist man bei Siedler Online genau richtig. Erst recht Leute, die Früher schon Siedler gerne gespielt haben, werden mit dieser Online-Variante ihre Freude haben.

Frühe habe ich auch gerne Browserspiele gespielt, in letzter Zeit wurde mir das allerdings von den modernen Finanzierungssystemen vermiest.
Kaum ein Browserspiel bietet nicht die Möglichkeit, mit richtigem Geld irgendwelche InGame-Währung zu kaufen und damit den Aufbau zu Beschleunigen oder sich andere Vorteile zu erkaufen. Das geht teilweise soweit, dass ich als Spieler vom Spiel gegängelt werde und pro Tag nur X-Mal irgendwas tun darf und dann am nächsten Tag wiederkommen kann, um weiter zu machen.
Dadurch hat meine Begeisterung für solche Spiele irgendwie abgenommen, wenn auch ich das Prinzip total klasse finde und auch auf niedliche Grafik echt angetan reagiere.
Also ich habe das “Kaufsystem” von Siedler Online letzte Woche mal angetestet. Man hat hier verschiedene Bezahlmethoden. Ich hab mich für SMS entschieden und es hat wirklich super funktioniert. Somit konnte ich dann den Ausbau meiner Siedlung doch etwas beschleunigen.
Das ist aber etwas prinzipielles – für mich ist der “Kaufspieler” ausgeschlossen. Wenn ich bezahlen muss, damit ich überhaupt spielen darf, ist das okay. Dann bin ich mir dessen bewusst und weiß, dass alle Mitspieler mir gleich sind. Alle haben bezahlt und alle haben die gleichen Bedingungen.
Wenn ich ein kostenloses Spiel anfange und dann bezahlen kann, um mir einen Vorteil gegenüber den anderen Spielern o.ä. zu schaffen, dann ist das Spiel für mich schon auf einer mentalen Blacklist und in Ablage P gewandert.
InGameItems, die in realer Währung gekauft werden müssen finde ich in Ordnung – ich nutze sie zwar nicht, sind aber OK wenn jemand seinen Charakter oder so verändern will. Allerdings sind sie meiner Meinung nach nicht mehr so toll, wenn sie dem kaufenden einen mega Vorteil bringen. (Schneller bauen, fester hauen, unbemerkbar klauen…)
Wenn die Ranglisten nur noch davon bestimmt werden, wie viel Geld derjenige in seine Items gesteckt hat, ist der Spielspaß vorbei. Das grenzt an Bestechung oder Schmiergeld (was es ja auch ist, wenn man schneller fahren oder bauen kann).
Oh, jetzt hab ich vor lauter InGameItems doch glatt vergessen was anderes über das Game zu schreiben:
Siedler II habe ich damals den ganzen Tag über gespielt. Der Splitscreenmodus mit 2 Mäusen war klasse! Die folgenden Sielderspiele fand ich dann nicht mehr so toll, da mir das Gewusel und die pixelige Grafik gefehlt hat.
Die Onlineversion habe ich bis jetzt nur auf den Monitoren anderer gesehen, aber werde es wohl mal ansehen.
Was mich allerdings begeistert, ist die Technik, durch die man so aufwändige Spiele über den Browser spielen kann. Quake Live (www.quakelive.com) war ja wohl der Vorreiter der aufwändigen Browsergames und nahezu genauso performant wie das standalone Game.
-Kevin
Ich finde die Technik die dahinter steckt auch genial. Was früher auf nen PC installiert wurde, läuft nun in nem Browser. Einfach nur geil.
Wie Quake gibt es auch als Browsergame.
Wie abartig ist daas denn. Geil!